Geschichte des Rhönrads

Das Rhönrad als Turngerät ist eine Erfindung von Otto Feick, wurde 1925 patentiert und nach der gleichnamigen Landschaft des Bergmassives in der Rhön benannt. Schauvorführungen in Deutschland und Amerika sowie internationale Kontakte führten 1930 zum ersten internationalen Rhönradturnier.

Das Rhönrad besteht aus zwei kunststoffummantelten Stahlrohrreifen, verbunden mit sechs Sprossen, mit Griffen und Bindungen. Der Raddurchmesser liegt zwischen 140 und 240 cm.

Es gibt drei Wettkampfdisziplinen:

Geradeturnen

Dabei rollt das Rad auf einer Fläche von 18 auf 3 Metern auf beiden Reifen und es werden Pflicht- und Kürübungen vorgeturnt. Teilweise werden dabei Elemente aus dem Reck- oder Barrenturnen verwendet. Es gibt Übungen, die mit Hilfe beider, einer oder ohne Bindungen ausgeführt werden.

Spiraleturnen

Das Rad bewegt sich auf einem der Reifen, es taumelt, ähnlich wie eine Münze. In der »großen« Spirale hat das Rad einen Neigungswinkel von 60 Grad, in der »kleinen« Spirale weniger als 30 Grad. Der Turner versucht, das Rad durch Gewichtsverlagerung und Armzug auf der jeweiligen Höhe zu halten und nach 3–5 Sekunden in der kleinen Spirale das Rad wieder in den Stand zu bringen.

Sprung

Der Sprung wird von den männlichen und seit 1999 auch von den weiblichen Turnern ausgeführt. Das Rad wird mit Schwung angeschoben. Der Turner läuft hinter dem Rad her und lässt sich vom Schwung auf das Rad ziehen. Aus der Grätsch-, Hock- oder Standposition vollführt er dann einen Sprung auf einen Mattenberg, z. B. einen Hock- oder Grätschsprung, einen Überschlag oder Salto.

Außer den Wettkampfdisziplinen bietet das Rhönradturnen noch Synchron-, Paarturnen und Partnerspiralen. Die Sportart ist noch nicht olympisch. Auftritte mit Rhönrädern gibt es seit Jahren bei Eisrevuen, Olympischen Spielen, Guinnes-Shows der Rekorde, Sportgalas, Theateraufführungen, Cirque de Soleil. Rhönradturnen kann in einer einfachen Form bis ins hohe Alter und auch von körperlich beeinträchtigten Menschen ausgeübt werden.

Im Jahre 1995 wurde der Internationale Rhönradturn-Verband (IRV) gegründet und die 1. Rhönrad-Weltmeisterschaft ausgetragen.

 
Der Erfinder des Rhönrades

Otto Feick wurde 1890 als Sohn eines Schmiedes geboren. Er war Schlosser und Eisenbahner. Von 1914 bis 1923 war er in der Betriebsstätte der Deutschen Reichsbahn in Ludwigshafen am Rhein tätig. Zu dieser Zeit lebte er in Ludwigshafen-Gartenstadt. Er war Anhänger der Gewerkschaftsbewegung und Mitglied im Hauptvorstand der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands.

Schon als Kind rollte er gerne in zwei Eisenreifen, die durch Querstäbe verbunden waren, den Berg hinunter. Er baute im Jahr 1924/25 das erste Rhönrad in dem Niederschedener Zieh- und Stanzwerk, wo er zu dieser Zeit angestellt war. Die Idee dazu hatte er 1921 in der Zeit seiner Haft in Mainz, er wurde wegen seiner Aktivitäten im Abwehrkampf gegen die Loslösungsbestrebungen der Pfalz von der französischen Militärpolizei inhaftiert und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Auf dem Gelände des heutigen VSK-Germania Niederfeld 1919 e.V., dessen Gründer und erster Vorsitzender er 1919 war, machte er die ersten Versuche. Hier entstanden auch die Bilder zur Patentanmeldung. Später zog er, auf der Flucht vor den französischen Besatzern nach Schönau an der Brend, den Heimatort seiner Frau Pauline, geborene Schmalz, die er während seiner aktiven Dienstzeit beim Militär – bei den »Jägern« in Aschaffenburg – kennen gelernt hatte. Zum Dank an die neue Heimat nannte er das neue Sportgerät Rhönrad.

Im Jahr 1927 zog er nach Würzburg und dann wieder zurück nach Schönau an der Brend, wo er am 17. Oktober 1959 in ärmlichen Verhältnissen verstarb. Das Lebensmotto von Otto Feick war: Kämpfe, ringe – aber singe! In Schönau, von wo aus der Siegeszug des Rhönrades begann, wurde ihm und dem Rhönrad ein Denkmal gesetzt.
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Berichte/Fotos/Ergebnisse
Ausschreibung
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Gau- und Bezirksmeisterschaften 2007
Siegerliste 2007
Bericht
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42. Deutsche Schülermeisterschaften 2006
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1. Bezirkslehrgang Rhönradturnen  
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